Förderprojekte

Bücher öffnen den Blick in zukünftige Welten

Leseförderung

Bücher öffnen den Blick in zukünftige Welten

Der 'Wert' des (schulischen) Lesens - Überlegungen zur präventiven Wirkung des Lesens

Veranstaltungstermin

Lesung "Die Scanner" am 24. Juni 2015; Projektwoche 21. bis 24. Juli 2014

Veranstaltungsort

Ort

München

Veranstalter

Veranstaltungspartner

Förderer

Die Auseinandersetzung mit literarischen Texten ermöglicht Identifikation und Distanzierung zugleich, regt aber auch die reflektierende Auseinandersetzung mit Werten und Lebensentwürfen an. Ob der Lektüre literarischer Texte sowie der Anschlusskommunikation im Gespräch eine entsprechende Wirkung zuzuschreiben ist und auf welche Weise die Lernprozesse im Bereich der Leseförderung optimiert werden können, sind leitende Fragestellungen des Projekts im Forschungsteam von Prof. Dr. Sabine Anselm. Zudem ist zu evaluieren, ob und in wieweit die Reflexion leitender Werte und Ziele von Schülerinnen und Schülern an der Mittelschule durch eigenes Scheiben befördert werden kann. In diesem Sinne kann das Projekt auch als Primärprävention für Jugendliche verstanden werden, die in ihrer individuellen Persönlichkeitsentwicklung unterstützt und im Blick auf die Bewältigung der Anforderungen der Zukunft ermutigt werden.

Den Abschluss des Projekts bildet eine Würdigung der produktiv-kreativen Herangehensweise an den Text und die Thematik durch die Schülerinnen und Schüler. Es  wird in Kooperation mit den Buchkindern München e.V. ein gemeinsames „Klassenbuch“ gestaltet. Jede Schülerin und jeder Schüler kann ihre bzw. seine Zukunftsgeschichte mit Linolschnittillustrationen bereichern und in das „Buch der Zukunft“ einschreiben. Dieses wird vervielfältigt und jeder Schüler/jede Schülerin erhält ein Exemplar als Ergebnis der Projektwoche.

Begleitend zur schulischen Durchführung des Buchprojektes in Kooperation mit den Buchkindern erfolgt eine wissenschaftliche Evaluierung. Ausgehend von den Erkenntnissen der Lesewirkungsforschung wird erforscht, wie der hier skizzierte Weg von den Jugendlichen angenommen wird und ob sich daraus Möglichkeiten einer Primärprävention durch Literatur ergeben. 

Literarischer Ausgangstext für das Projekt ist der Jugendthriller, „Die Scanner“ von Robert M. Sonntag (Fischer Verlag 2013), der im Sinne einer gendersensiblen Leseförderung sowohl für Schüler als auch für Schülerinnen anschlussfähig ist. Der Text stellt eine Adaption von Ray Bradburys „Fahrenheit 451“ aus dem Jahr 1953 dar: Hier wandelt sich der Protagonist Guy Montag vom Büchervernichter zum Dissidenten. In „Die Scanner“ gibt der Protagonist Robert M. Sonntag (!) - das Pseudonym des Autors Martin Schäuble – Einblick in seine sehr aufregende „Bekehrung“ als Scanner. Im Jahr 2035 hat er den Auftrag, alle noch existierenden Bücher für jede und jeden medial verfügbar zu machen und anschließend die Printausgaben zu vernichten, entdeckt aber, dass die Auftraggeber eine harte Zensur vornehmen. Der „Ex-Scanner“ wird in geheimer Mission zum Kämpfer für die Rettung der letzten Bibliothek und tritt für die Wertschätzung der Urheberschaft und gegen die „Umsonstkultur des Internets“ ein.

Robert M. Sonntag führt visionär vor, wie die Welt nur durch die digitale Datenbrille „Mobril“ gesehen wird und die unmittelbare, sinnliche Welterfahrung nur mehr sehr risikoreich möglich ist. Die Reflexion der Jugendlichen über diese im Text behandelte Problematik, die ja nur scheinbar die Handlung dystopisch ins Jahr 2035 verlagert und vielmehr die Thematik der eigenen Gegenwart darstellt, soll neben der gemeinsamen Lektüre durch die Arbeit in einer Schreibwerkstatt gefördert werden. So werden die Jugendlichen ermutigt, ihre eigenen Ideen zur Zukunft (und damit zu ihrem Lebensplan) zu entwickeln. Im Anschluss daran  wird der Dialog mit dem Autor des literarischen Textes gesucht. Angeleitet werden die Schülerinnen und Schüler dabei durch mehrere studentische Schreibtutorinnen und Schreibtutoren. Diese werden zuvor selbst in einem wissenschaftlichen Kolloquium zum Schreiben an der LMU München von Prof. Dr. Sabine Anselm geschult.


Die Lesung mit Robert M. Sonntag/M. Schäuble findet am Mittwoch, den 24. Juni 2015 von 16.00 bis 18.00 Uhr in Raum M 118 (Hauptgebäude der LMU, Geschw.-Scholl-Platz 1) in München statt.