Förderprojekte

Kommentierung der Monatsberichte Max Wießners

Wissenschaftsförderung

Kommentierung der Monatsberichte Max Wießners

Die Monatsberichte über wichtige Geschäftsvorfälle im Deutschen Verlag 1940-1945

Veranstaltungstermin

Juli 2014 bis Juni 2015

Veranstaltungsort

Ort

Mainz

Veranstalter

Förderer

1934 wurde der Ullstein Verlag, das in der Weimarer Republik mit annähernd 10.000 Beschäftigten, unzähligen Unternehmensbeteiligungen und Tochterfirmen größte Medienunternehmen Europas, „arisiert“. Ende 1937 tilgte man auch den Namen der jüdischen Gründer und firmierte fortan als Deutscher Verlag. Eigentümer des Hauses war nun über verschiedene Treuhänder und Tochterunternehmen der Franz Eher Nachf. Verlag, der Zentralparteiverlag der NSDAP. Für die neuen Besitzer fertigte der 1934 eingesetzte Verlagsleiter Max Wießner monatliche Rechenschaftsberichte an, die sich für den Zeitraum von Januar 1940 bis Dezember 1944 erhalten haben. Für 1945 liegen Protokolle der zweiwöchentlichen Vorstandssitzungen vor, deren letzte am 11. April 1945 stattfand.

Die Berichte geben zunächst Auskunft über die Publikationen des Verlags, die in den Druckereien ausgeführten Arbeiten, die Rohstofflage, die Finanzen und die Beschäftigten des Hauses. Über die Geschäftsentwicklung des Großunternehmens hinaus lassen sich aber auch die Bedingungen rekonstruieren, unter denen die Publikationen nicht nur des Deutschen Verlags im Zweiten Weltkrieg konzipiert, gedruckt und vertrieben wurden. Unterscheiden lassen sich etwa die inhaltlichen politisch-propagandistischen Vorgaben der Machthaber, der Umgang mit den knapper werdenden Ressourcen, Reaktionen auf die sich ändernde militärische Lage und die Auswirkungen des Bombenkriegs.

Das Forschungsprojekt erarbeitet eine komplette Edition des insgesamt rund 400 Blätter umfassenden Konvoluts und erschließt diese Edition mit kommentierten Registern. Auf diese Weise wird ein Beitrag nicht nur zur Verlags- und Unternehmensgeschichte, sondern ebenso zur Buchhandels- und Pressegeschichte wie zur Medien- und Kulturgeschichte des „Dritten Reichs“ geleistet.